Eulenturm
Die Witzenhäuser Stadtbefestigung, die die Altstadt in ellipsenförmigem Grundriss umschloss, wurde erstmals 1338 urkundlich erwähnt, was nahe legt, dass zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten an der Befestigung als abgeschlossen betrachtet werden können. Neben dem Bau der eigentlichen Mauer entstanden insgesamt 12 Türme, Tore und Bollwerke, wie aus der 1711 verfassten Stadtbeschreibung hervorgeht. Demnach befanden sich damals „…auf der etwas zerfallenen Stadtmauren zehen mittelmäßige Thürme, so theils bedecket, theils aber ohngedecket und zerfallen“.
Nicht zerfallen waren „…zwey größere Thürme, so vor Delinquenten gebraucht, deswegen dann einer von denselben der Thiebesturm genannt“ wurde.
Diese beiden, der Diebesturm und der Eulenturm sind mit einem kleinen Teil der ehemaligen Stadtbefestigung auch heute noch erhalten – dazu gesellt sich noch der Turm im Bereich des Krankenhauses in der Gelsterstraße.
Malerische Lage
Der Eulenturm, der erstmalig in den städtischen Urkunden 1433 erwähnt und im Vergleich zum Diebesturm (1413 erbaut) als der „der jüngere“ bezeichnet wird, diente, ebenso wie sein Nachbarturm, als Pulverturm und Gefängnis gleichermaßen. Er liegt in dem Mauerstück, das den Garten des ehemaligen Burghofes der Familie von Bodenhausen begrenzt und ist, wieder im Vergleich zum nahen Diebesturm, der massivere von beiden.
Sein Aufbau wirkt verhältnismäßig schlicht. Einfache Schlitzscharten und als Zugang eine spitzbogige Tür sowie einige Stufen oberhalb des Mauergangs sind die einzigen erkennbaren Unterbrechungen im straff hochsteigenden Quadermauerwerk. Innerhalb des Turmes steigt man nach dem Hauptgeschoss nochmals einige Stufen empor, ehe man durch eine Luke im Abschlussgewölbe das Verließ im Sockelgeschoss erreicht.
Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Stadt ihre mittelalterlichen Grenzen sprengte, wurden nicht nur die Tortürme abgebrochen sondern es verloren auch Diebes- wie Eulenturm ihre Funktionen. Seit 1824 befand sich der Eulenturm dann in Erbpacht der Familie von Bodenhausen.


