Altes Amtsgericht
Das imposante Gebäude des alten Witzenhäuser Amtsgerichtes liegt am Rande der ursprünglichen Innenstadt, etwas südlich des alten Stadtmauerverlaufs und des Walburger Tores. Hier befindet sich ein Gürtel mit überwiegend klassizistischen Bauten aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Im Jahr 1884 als repräsentativer Verwaltungsbau errichtet, erhebt es sich als zweigeschossiger Kubus aus Backsteinmauerwerk über einem Souterrain in klar gegliedertem Aufriss (1965 wurde im hinteren Teil, von der Straße aus nicht sichtbar ein moderner Anbau angefügt). An der Fassadenseite dominiert ein wenig aus der Mauerflucht ragender Risalit; das hohe Portal mit den schweren Originaltüren hat sicher so manchen (unfreiwilligen) Besucher schon beim Betreten des Gebäudes eingeschüchtert.
Im Amtsgericht Witzenhausen fanden (bis zu seiner Eingliederung in das Amtsgericht Eschwege im Jahr 2005) die Zivil- und Strafrechtsverfahren im Altkreis Witzenhausen statt, hier wurden sämtliche Register und das Grundbuch geführt, Mahnverfahren wurden eingeleitet. Und in den Kellergewölben des Altbaus gab es unter anderem zwei Arrestzellen, in denen Angeklagte auf ihre Verhandlung warteten und Verurteilte vorläufig untergebracht werden konnten.
Volkshochschule Witzenhausen
Im September 2007 zog die Volkshochschule Witzenhausen e. V. aus den zu eng gewordenen Räumen in der Südbahnhofstraße in das Amtsgericht ein. Nachdem die Akten und andere „Antiquitäten“ auch ausgezogen waren, werden die alten Keller nun teilweise für Projekte der vhs genutzt. In den Kellergewölben des Altbaus werden im Rahmen des Festivals „Treppen, Keller, Hinterhöfe 2010“ Kunstdozenten der vhs einige ihrer Werke ausstellen, teilweise interessante Installationen, die sich mit der Geschichte des Gebäudes auseinandersetzen oder Bilder und Werkstücke, die ganz bewusst Kontraste schaffen.


